WT Aussee Trophy

24. September 2011

Yippie-ya-yeah: die wunder-, wunder-, wundervolle Leah gewinnt die Klasse M bei der Aussee Trophy!! Unglaublich, ich kann es kaum fassen. Fast gänzlich ohne Training, dafür wieder mit viel mehr Spaß bei der Sache haben wir einen wunderschönen Tag am Sommersbergsee verbracht.

Station 1 (Malcolm Stringer):
Beschossenes Blind über eine steile Waldschneise (ca. 70 m) hinauf. Leah ließ sich wie eine Rakete über den Hang schicken, suchte dann aber nicht sofort unter dem Baumstamm, der quer über die Schneise lag, sondern wich etwas nach hinten in den Wald aus. Ich musste sie zurück pfeifen und einweisen. 16 Punkte.

Station 2 (Oliver Kiraly):
Diese Station hatte es in sich: In einem engen Winkel (wieder ca. 70 m entfernt) wurde zuerst ein Blind beschossen, dann eine Markierung geworfen. Zuerst musste das Blind geholt werden, dann die Markierung. Die Crux an der Sache: Der Winkel war an sich schon eng, aber zusätzlich stand man außerhalb des Winkels, dh. das linke der beiden Dummies war schon rechts vom Team. Außerdem konnte man den Bereich des linken Dummies nur zur Hälfte sehen, weil ein kleines Waldstück zwischen Stelle und Team war. Und als wäre das nicht schon genug war noch überall hohes Altgras. Die meisten Hunden hatten die Markierung längst vergessen, nachdem sie das Blind gearbeitet hatten.
Leah hat sich beim Blind super handeln lassen, war mit vollster Konzentration bei der Arbeit und nahm alle Kommandos korrekt an. Bei der Markierung pokerte ich. Nachdem Leah normalerweise sehr gut mit Memories ist, ließ ich sie einfach arbeiten, auch wenn sie in einen Bogen auf die Markierung lief. Ohne einen einzigen Pfiff arbeitete sie die Markierung punktgenau.
Oliver lobte die Arbeit, gab mir aber mit, dass ich in der Area noch mehr Geschwindigkeit rausnehmen soll.
18 Punkte! (böse Zungen behaupten nur mit Blondinen-Bonus, Leah und ich sind sich aber einig und sagen nur “Pffft!!” dazu!)

Station 3 (John Juel Pedersen):
Man stand auf einer abschüssigen Wiese Richtung See. Links in ca. 100 Meter Entfernung wurde auf 11 Uhr hinter einem breiten Schilfgürtel eine nur halb sichtbare Markierung geworfen. Nachdem der Hund diese gearbeitet hatte wurde er auf ein beschossenes Blind in ca. 70 Meter Entfernung auf 1 Uhr geschickt.
Die Markierung dauerte zwar etwas, Leah arbeitete sie aber ganz ohne meine Hilfe. Beim Blind musste ich nur einmal kurz ihren Winkel korrigieren.
20 Punkte

Station 4 (Lynn Stringer):
Wieder steht man auf einer Moorwiese mit hohem Bewuchs. In ca. 60 Meter Entfernung wird auf 12 Uhr eine Markierung geworfen.
Leah arbeitete auch diese Markierung punktgenau.
Lynn’s Kommentar zur Arbeit: “I would have given you 20 points, but unfortunately your dog is very slow!” So ganz konnte ich das aber doch nicht glauben ;).
Tja, und auch Herrchen staunte nicht schlecht, meint dieser ja gewöhnlich, dass Leahs Markierfertigkeiten bestenfalls nur mittelmäßig wären.
20 Punkte!

Insgesamt reichte es also zu 74 Punkten und unserem ersten Vorzüglich in der M. Ich bin unendlich stolz auf die Maus und freue mich über unseren ersten Staubfänger für das Wohnzimmer ;).

der Frühling & der Sommer

3. August 2011

… sind hier leider im Blog spurlos vorbei gezogen. Der Hausbau, ein fordernder Job und die Ausbildung zur Zertifiziertheit haben für das Hobby Hund leider sehr wenig Zeit gelassen. Leah und ich haben zwar halbherzig ein paar Workingtests absolviert, aber für Training war so gut wie keine Zeit. Das soll sich jetzt wieder ändern und hoffentlich gibt’s dann auch wieder mehr zu schreiben.

Die hundebezogenen Highlights seit April hier im Schnelldurchlauf:

 

Wochenende bei Judith in Rauris

Das Training selber ist eher spurlos an uns vorbei gezogen, das Wochenende insgesamt war aber super. Nach anfänglichen Diskrepanzen wurden Leah und Penny sogar richtig dicke Freundinnen.

 

Clubsiegerschau WT Klam

Eher halbherzig haben wir an diesem WT teilgenommen. Zum ersten mal hat mir ein Start nur bedingt Spaß gemacht, was sicherlich mehrere Gründe hatte: den Kopf daheim auf der Baustelle, wenig gute Bekannte im Starterfeld, sehr homogene – zum Teil eher unspektakuläre – Aufgaben, ein langer Tag. Leah hat ihre Sache trotzdem gut gemacht. Bei der letzten Übung, einem irrsinnig langem Blind über eine Wiese wurden uns unsere Grenzen gezeigt. Trotzdem hat es zu einem sehr guten sechsten Platz gereicht.

 

Training mit Fons Exelmans

Ein super Training über zwei Tage in der Nähe von Braunau. Obwohl es ein Training auf (ehrlichem ;-)) M/O-Niveau war, war die erste Übung die Beurteilung der Fußarbeit, was uns schlagartig wieder in’s Jungehundetraining bei Karel nach 2009 versetzte und mir wurde wieder richtig bewusst, warum ich die belgische Art des Trainings so mag. Fons’ ruhige und sehr professionelle Art hat mir sehr gut gefallen und ich hoffe, es gibt irgendwann mal eine Fortsetzung.

 

Pannonia Cup

Und schon wieder so ein halbherziger Workingtest. Vollkommen untrainiert haben uns Leah und ich alleine auf den Weg nach Ungarn gemacht, der Rest des Rudels blieb auf der Baustelle. Unsere Teamkollegen waren Paul & Speed (Open) und Walter & Grispin (Novice). Das Gelände war ein Traum (Schlosspark Esterházy in Fertőd), das Wetter leider nicht und die Gelsen fraßen uns fast bei lebendigem Leib. Auch sonst war die Stimmung zwar gut aber irgendwie trotzdem nicht das, was sie letztes Jahr bei über 30 Grad war. Unsere Leistung war leider sehr durchwachsen: teilweise meine Fehler, teilweise mittelmäßige Arbeit von Leah, teilweise blanker Ungehorsam. Nur bei der schwierigsten Übung vom Samstag, ein sehr weit beschossenes Blind, konnte Leah echt glänzen und lieferte den besten Retrieve des Tages mit 20 Punkten. Die leider nur kurz am Papier standen, weil Leah dann vor lauter Freude gleich eingesprungen ist, als Paul Speed schickte. Meine Stimmung war im Keller und ich hab mir dann irgendwann geschworen, nicht mehr so unvorbereitet zu starten. Weil einfach niemand was davon hat, weder Leah noch ich noch sonst wer.
Trotz unserer durchwachsenen Leistung schaffte unser Team den sechsten Platz.


(Alle Fotos Copyright by Ilona Bartos)

 

Dann gab es mal eine lange Trainingspause. Leah hat in unseren Augen im letzten halben Jahr einen weiteren Entwicklungsschritt gemacht und ist zum 100%ig verlässlichen Alltagshund und -kumpel geworden. Nie hätte ich gedacht, dass aus diesem verrückten Welpen mal so ein anhänglicher Schmusehund wird.

 

Jetzt im Urlaub habe ich dann wieder begonnen, etwas Ernsthaftigkeit in das Training zu bringen. Neben dem nur mittelmäßigen Stopppfiff auf weitere Entfernungen soll in den nächsten Wochen Leahs Nase unser Schwerpunkt werden, die zZ nur bedingt eingesetzt werden will. Immerhin sollen uns die beiden Workingtests im Herbst wieder mehr Freude bereiten :).
Für’s Finale sind wir schon angemeldet, ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen!

WT Grub

16. April 2011

Ich freu mich so viel: Leah hat ihren ersten offiziellen Workingtest – und das in der Intermediate Klasse – gewonnen! Und als wäre das schon nicht Wahnsinn genug, gab es auch noch das Judges Choice für sie! Es ist wirklich eine Freude, wie schön konstant sie gerade arbeitet. Abgesehen davon war der WT Grub wirklich nett für uns beide: Ganz ohne Nervosität konnten wir den Tag entspannt genießen.

 

Hier wie immer eine kurze Aufgabenbeschreibung:

Station 1 (Gordon Hay)

Vier Teams in der Line. In sehr kurzem Abstand vor uns findet ein lautes Standtreiben statt. Die Dummies fallen ca. 20 Meter vor die Hunde.
Anschließend dürfen drei Teams (angeleint) zur Seite treten, sodass sie dem arbeitenden Hund nicht zusehen können.
Der arbeitende Hund wird nun im 180 Grad Winkel vom Standtreiben auf ein beschossenes Blind geschickt. Das Blind lag ca. 80 (?) Meter entfernt auf einem Hügel. Tricky war hier, dass dazwischen auch noch ein Hügel war, der Hund somit die meiste Zeit nicht sichtbar war.

Leah hat die Übung gut gemeistert. Sie ließ sich zwar sicher voran schicken, hat das Blind aber dann überrannt und war einige Zeit über den zweiten Hügel und somit aus dem Sichtfeld. 17 Punkte. Merke: schneller handeln.

 

Station 2 (Stefaan Bollen)

Killing Field …

Man steht auf einer Wiese, welche teilweise von Altgras bedeckt ist. Als erstes wird in 80 (?) Meter Entfernung eine Markierung rechts von einem kleinen Graben geworfen, anschließend in 50 Meter Entfernung. Zuerst sollte die kurze, anschließend die lange Markierung geholt werden. Starker Seitenwind.

Keine Ahnung was hier los war, die Übung sah an sich nicht besonders schwierig aus. Kaum jemand konnte aber den Hund zur langen Markierung über den kleinen Graben handeln, alle Hunde (die ich gesehen habe) drifteten viel zu weit links ab und komischerweise hatten alle (die ich gesehen habe) enorme Schwierigkeiten, ihre Hunde zu handeln. Stefaan hat noch dazu sehr schnell abgebrochen.

Tja, fragt mich nicht, welcher Teufel Leah bei dieser Station geritten hat. Ansonsten recht zuverlässig handelbar, wurde hier geflissentlich jeder Pfiff ignoriert. Und ist Leah dann nach langer Zeit endlich mal doch gesessen, hat sie mir das OUT nicht geglaubt. Zum aller-aller-allererste mal musste ich sogar ein OUT wiederholen. Unser Glück war wahrscheinlich, dass Leah die erste Markierung ohne Hilfe arbeitete, jedenfalls hat mich Stefaan Bollen um einen Tick länger handeln lassen als andere, und dieser kleine Tick hat dann letztendlich gereicht, dass Leah doch noch zum Erfolg gekommen ist.
14 Punkte. Ich hätte mir viel weniger gegeben. Der Richterkommentar war weniger schmeichelhaft “So many crap handlers!” und “You owe me a beer!”.

 

Station 3 (Jennifer Hay)

Auf 12 Uhr wird neben einem Gebüsch in ca. 80 Meter ein Blind beschossen. Anschließend in ca. 80 Meter auf 10 Uhr eine Markierung geworfen. Zuerst war das Blind, danach die Markierung zu holen.

Leah war hier wieder die Alte und arbeitete in gewohnt guter Form. 19 Punkte.

 

Station 4 (Fillip Bollen)

2-er Walkup über ein Feld mit kurzem Bewuchs. Zuerst wird auf 2 Uhr in ca. 90 Meter eine Markierung geworfen, die der erste Hund holt. Anschließend beschießt ein Schütze, der auf Höhe der Line ist, ein Blind im Wald hinter der Line. Distanz ca. 80 Meter. Dieses holt der zweite Hund.
Anschließend wird das Blind noch mal beschossen, dieses mal für den ersten Hund. Zum Schluss holt der zweite Hund noch die gleiche Markierung wie oben beschrieben.

Auch diese Übung war nun relativ problemlos. Ein bisschen Handling beim Blind, dafür im Gegensatz zu Stegersbach wieder sehr saubere Fußarbeit. 18 Punkte.

 

PS: Ach ja, und weil es so schön ist und sicherlich so schnell nicht wieder kehrt :smiley2_tb:, der Zwischenstand im österreichischen WT-Cup:
:wolle_tb:

WT Stegersbach

21. März 2011

Am Wochenende machten sich Manuel, Leah und ich auf dem Weg in’s weite Stegersbach im Burgenland. Ich habe bis zum letzten Abdrücker (sprich, die letzten 5 Minuten innerhalb der Anmeldefrist) mit der Anmeldung gewartet, weil ich so unsicher war, ob so ein popeliger Workingtest wirklich 700 Kilometer Wegstrecke wert wäre. Er war es wert: Leah erreichte bei ihrem ersten Start in einer offiziellen M den tollen zweiten Platz!

 

Hier eine kurze Aufgabenbeschreibung:

Übung 4 (Robert Robertson)

Team steht auf einer Wiese. Auf 11 Uhr wird in ca. 100 Meter Entfernung eine gut sichtbare Markierung geworfen. Der Hund muss aber als erstes ein unbeschossenes Blind arbeiten, welches auf 1 Uhr in ca. 60 Meter Entfernung in einer Böschung liegt. Keine Schwierigkeit im Gelände.

Peinlicherweise glaube ich, dass ich die Übung falsch verstanden habe. Meine bessere Hälfte, die bei der Starterin vor mir zugesehen hat, hat gemeint: “auf die Markierung schicken, abstoppen, auf das Blind einweisen…” Und ich war bei der ersten Nummer so nervös, dass ich nicht mehr wusste, ob das der Richter dann tatsächlich so wiederholt hat, oder ob ich eh direkt auf das Blind hätte schicken können… Naja, somit habe ich mir die Übung wohl schwieriger gemacht, als sie gewesen wäre. Leah war wirklich, wirklich brav, hat sich wie am Schachbrett auf das Blind einweisen lassen und alle meine Hilfestellungen eifrig angenommen. Die Markierung schaffte sie ohne Hilfe. Robert Robertson hatten seinen Spaß mit meiner Körpersprache beim Einweisen. Ich bin mir nicht sicher, ob er das Lob “you’re a good handler!” ernst gemeint hat… Leah hat sich bei der Markierung zuerst links Wind geholt und ich muss dabei wohl ausgesehen haben, wie ein Flieger in einer Rechtskurve… Dafür gab es unerwartete 19 Punkte, was mich sehr gefreut hat, weil Hrn. Robertson offensichtlich nicht gestört hat, dass ich mir beim Einweisen extra Zeit genommen habe, darauf bestand, dass Leah beim Stopp-Pfiff saß und sie auch verbal lobte.

 

Übung 1 (Karel van Loo)

Man steht auf einer Art Damm vor einer Altgraswiese. Auf ca. 1 Uhr wird eine Markierung an den Waldrand geworfen. Nachdem der Hund diese geholt hatte, wurde am Rückweg an ähnlicher Stelle ein Blind nachgelegt.

Die Übung empfand ich als erstaunlich einfach für eine M. Karel hat aber später erzählt, dass er sehr wohl selektiert und dabei vor allem auf die Geschwindigkeit geachtet hätte.

20 Punkte. Zu dieser Übung gibt’s nicht viel zu sagen, Leah arbeitete fehlerfrei und brauchte keine Hilfestellung.

 

Übung 2 (David Fields)

Killing field – diese Übung wurde ein-, zweimal umgedreht, bis sie endlich ein Hund schaffte.
Man steht wieder auf einer kleinen Anhöhe. Vor einem Sumpf, dann ein kleiner Damm, dann Wiese, dann ein Bach, dann wieder Wiese.
Auf der hinteren Wiese (100 Meter?) wurde ein gut sichtbare Markierung geworfen. Der Hund sollte aber zuerst ein Blind holen, welches vor dem Bach in direkter Linie zur Markierung in einem Altgrasbereich lag.
Anschließend die Markierung.

Hier hatten sehr viele Hunde Schwierigkeiten, weil das Bachufer sehr, sehr steil war und die meisten Hunde lange eine günstige Einstiegs- und Ausstiegsstelle suchten.

Leah war hier ein Traum. Das Blind arbeitete sie ohne Hilfestellung fehlerfrei. Der Graben wurde uns aber fast zum Verhängnis. Dass die Maus am steilen Ufer unsicher ist, ist ja nichts neues… Und auch bei dieser Übung rannte sie zuerst rechts, kein Einstieg, links, auch kein Einstieg… Vielleicht doch noch mal rechts? nein das geht echt nicht, aber sie wollte das Dummy soooo sehr, dass sie sich schließlich doch todesmutig in die Fluten gestürzt hat und mit Ach und Krach auch wieder rausgekommen ist. Die Markierung fand sie danach sofort, doch der Rückweg war fast noch schlimmer als der Hinweg. Ich sah Leah nur im Graben verschwinden aber ewig nicht mehr auftauchen. David Fields verließ schon unseren Platz um nachzusehen, was der Hund denn mache. Nach eine Ewigkeit tauchte Leah dann aber mit Dummy im Mund und viele Meter weiter bachabwärts wieder auf, nahm den Ausstieg dort und brachte das Dummy unversehrt zu Frauchen. Nachdem Leah anscheinend das Ufer nicht schaffte, hat sie Plan B gewählt und ist einfach weiter bachabwärts geschwommen um einen leichteren Ausstieg zu wählen.

16 Punkte gab es dafür, Punktehöchstzahl bei dieser Übung!! Anscheinend wollte David Fields hier einfach sehen, wie der Hund mit dieser schwierigen Barriere umging. Hier bin ich wirklich, wirklich stolz auf die Maus. Ich weiß, wie sehr sie schwierige Einstiege fürchtet, trotzdem hat sie gekämpft wie ein kleines Wildschwein!

 

Übung 3 (Ralph Klieber)

2er-Walkup schräg auf den Damm rauf, danach noch ein paar Meter am Damm weiter. Linkerhand ein Teich. Ein Schütze auf 12 Uhr schießt einmal auf 9, einmal auf 12 und einmal auf 3 Uhr. Nach rechts fliegt auch eine gut sichtbare Markierung. Danach wirft ein Werfer auf 9 Uhr eine Markierung in den Teich.

Der rechte Hund arbeitet zuerst die Markierung in den Teich, der linke Hund wird anschließend zur beschossenen Teichböschung auf 11 Uhr geschickt, in der mehrere Blinds liegen, eins davon ist zu holen.
Danach Seitenwechsel und alles noch mal von vorne.

Meine Angstübung. Zwar nur ein 2er-Walk-up, dafür mit Wassermarkierung. Und der rechte Hund wurde direkt am linken Hund vorbei in’s Wasser geschickt. Leah war ziemlich aufgekratzt, vor allem, als sie den Schützen am Wasser erblickte. Als der zweite Hund arbeitete war es mucksmäuschenstill nur mein Herz schlug ganz laut. Als der andere Hund zum zweiten Mal geschickt wurde, Leah kurz zuckte, aber sitzen blieb, wusste ich, wir haben unsere erste M bestanden!!
Von Ralph Klieber gab es trotzdem Schelte: unsere Fußarbeit sei schlecht, die müssen wir heuer unbedingt noch trainieren. Deswegen trotz perfekter Markierung und fast perfektem Blind auch “nur” 16 Punkte.

 

Leider bestanden nur sechs von 14 Teams den Bewerb. Umso mehr weiß ich Leahs Leistung zu schätzen. Schön fand ich auch, dass mir kein Richter Punkte für “Trainingseinlagen” wie extra lang Zeit lassen, auf den Sitz-Pfiff bestehen oder verbales Lob abgezogen hat. Ehrlicherweise ist mir ein solides Training mittlerweile mehr wert als 1, 2 Punkte mehr oder weniger. Die strenge Bewertung von Ralph Klieber nehmen wir als Anlass wieder verstärkt an der Fußarbeit – vor allem unter Ablenkung – zu arbeiten. Das wäre doch gelacht, wenn es daran scheitern würde.

 

Nach der Siegerehrung kam David Fields noch mal extra an unseren Tisch um mir zu gratulieren und sparte nicht an Komplimenten und ermunterte mich, dran zu bleiben. Sehr nett, ich hatte fast Tränen in den Augen.

 

Bruder Speed war ähnlich erfolgreich und bestand übrigens gestern seine erste Open. Wahnsinn wie die beiden gekämpft haben, das Judge’s Choice war zwar überraschend aber trotzdem wohl verdient!

 

PS: Und das Sahnehäubchen ist, dass wir mit dem zweiten Platz auch schon für’s Finale 2011 im Magna Racino qualifiziert sind. Wie geil ist das denn?

PPS: Ach ja, während ich diese Zeilen schreibe, sitzt der erfolgsverwöhnte Hund bei Herrli vor der Couch und lässt sich mit Erdnuss-Snips füttern. Sie meint, das hätte sie sich verdient …

Was Hormone mit uns Mädels machen…

9. März 2011

Ein Blogartikel, den ich mir schon lange aufgespart habe, ist der über Leahs Kastration.
Genau, ihr lest ganz richtig, Leah wurde Anfang Dezember kastriert. Ich (eigentlich Kastrationsgegner), habe ca. ein halbes Jahr mit mir gerungen. Täglich. Den Hörer ca. 100 mal in die Hand genommen und dann doch wieder aufgelegt. Viel zu viel Angst hatte ich, dass Leah bei der Operation etwas passieren könnte, sie nachher nicht mehr die selbe sein könnte. (Klar wusste ich, dass meine Bedenken alle Blödsinn waren. Seit ich aber Dina verloren habe, meide ich OPs unter Narkose so sehr wie Leah den bösen Staubsauger.)

Was sprach für die Kastration? Leah wurde alle vier Monate läufig, kombiniert mit einem Wahnsinns-Hormon-auf-und-ab jedesmal. Geäußert hat sich das in Schlechte-Laune-Phasen, Zeiten übertriebener Ängstlichkeit, extremer Abmagerung letzten Sommer und Zeiten extremer Traurigkeit. So würde ich es zumindest interpretieren.

Irgendwann habe ich dann den Hörer einfach zur Hand genommen und nicht aufgelegt.
Die Kastration – ich ließ sie endoskopisch in der Tierklinik Sattledt durchführen – verlief problemlos. Das Aufwachen aus der Narkose war allerdings alles andere als schön, weil Leah auch dieses mal die Narkose sehr schlecht vertragen und stark halluziniert hat. Nach gut einer halben Stunde war der Spuk aber vorbei und noch am selben Abend lief die Maus wieder munter umher.
Am nächsten Tag war ihr gar nichts mehr anzumerken. An die Leinenpflicht hielt ich mich nicht, ich achtete aber darauf, dass Leah eine Woche lang, nicht wild tobte und nur locker neben mir Gassi ging. Die drei Mini-Löcher sind problemlos verheilt.

Detail am Rande: nachdem Leah im Herbst manchmal leicht humpelte, ließ ich sie – da sie ja schon in Narkose lag – nochmal umfangreich hüft- und knieröntgen. Das Ergebnis war “ernüchternd”: Leah hätte nie und nimmer eine C-Hüfte wie offiziell attestiert, sondern eine astreine A, im schlimmsten Fall eine B-Hüfte. Alles bestens. Jetzt kann man natürlich sagen offiziell ausgewertet sei offiziell ausgewertet. Trotzdem, hätte ich das VOR der Kastration gewusst, hätte ich es wahrscheinlich auf eine Überbefundung ankommen lassen.

Naja, das war der erste Teil der Geschichte.

 

Der zweite Teil: seit der Kastration – seit nun immerhin drei Monaten – habe ich einen anderen Hund. Nein, der Hund ist natürlich der selbe, Leah ist nach wie vor die Alte, ABER – was ich vorher nie und nimmer geglaubt hätte – jeder einzelne Tag seit der OP war ein guter Tag: Stimmungsschwankungen gibt es nicht mehr, übertriebene Ängstlichkeiten gibt es nicht mehr, grundlose Traurigkeit – was ist das? Unglaublich, sie wirkt nun wirklich glücklich und unbeschwert. Das Fell ist bis jetzt schön weich, sie haart nicht mehr als früher. Ob sie leichter zunimmt, kann ich noch nicht sagen. Eher schon, würde ich sagen. Das kann aber natürlich genauso an der tendenziell weniger gewordenen Bewegung in der Winterzeit liegen. Oder an manch Arbeitskollegen, die dem Hund heimlich Essen zustecken. Das muss ich noch beobachten…

Zusammen gefasst habe ich den Schritt also nicht bereut. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, dass Leah dadurch nun mehr Lebensqualität gewonnen hat. Aber: kommt Zeit, kommt mehr Erfahrung… ich werde berichten…

gemeldet!!

9. März 2011

Die Saison ist wieder eröffnet und ich habe diese Woche gleich für drei Workingtests gemeldet: Stegersbach in zwei Wochen, Grub Anfang April und die Clubsiegerschau in Melk im Juni. Das sollten dann aber auch – mit Ausnahme des Pannonia Cups – alle WTs sein, an denen wir bis Sommer teilnehmen.

Zur Zeit überwiegt leider noch die Nervosität wenn ich daran denke, anstatt die Vorfreude, viele nette Gesichter nach der Winterpause wieder zu sehen.

Wie passend, dass ich letztens in der Apotheke folgendes entdeckt habe: Bachblütenkaugummis!!!
Bleibt nur mehr die Frage, was ich am meisten gebrauchen kann: Selbstvertrauen, Energie, Konzentration oder Gelassenheit? Wobei, ich lese gerade, empfohlen wir die Einnahme von bis zu vier Kaugummis… Na dann ;)…

Linktipp

25. Februar 2011

Heute gibt’s hier mal einen Linktipp:
Judith und ihre fabulöse Hündin Penny haben einen neuen Blog: http://www.chesapeake-retriever.com/.
Penny, noch nicht einmal ein Jahr alt, ist eine sehr vielversprechende Chesapeake-Hündin, die nicht nur optisch sehr gelungen ist, sondern auch schon richtig gut arbeitet.
Ich freue mich auf viele Geschichten von den beiden und gratuliere ganz herzlich zum frisch geschlüpften Sohn Tristan!

Training in Maria Schmolln

25. Februar 2011

Vor gut einer Woche verbrachten Leah und ich vier Tage in der Heimat, um bei einem mehrtägigen Training mit Barbara Bachleitner und Sebastian Hochreiter teilzunehmen.
Die Einladung kam etwas überraschend, ich nahm sie aber gerne an und es hat sich ausgezahlt: wir verbrachten vier durch und durch positive Tage in einem tollen, abwechslungsreichen Gelände und in einer sehr netten, entspannten und sehr homogenen Gruppe. Größtenteils wurde aus der Line über wirklich stolze Entfernungen gearbeitet. Und nicht mal das kalte und feuchte Wetter konnte meine Stimmung trüben, weil es einfach unheimlich Spaß gemacht hat, alte Bekannte wieder zu treffen und mit Leah zu arbeiten. Die Baustellen der jüngsten Vergangenheit sind größtenteils passé, die Abgabe passt wieder und Leah markiert wieder sehr gut. Das schönste für mich ist aber ihre Lenkbarkeit, zZ wird kein Stopppfiff überrannt, Hilfen werden ohne Diskussion angenommen. Und ein “back” heißt “back”, auch über 200 Meter mit alten Fallstellen auf dem Weg. Deswegen muss ich nun umso besser auf meine Körpersprache achten, da Leah mittlerweile auch Hilfen annimmt, die gar nicht so gemeint waren ;-). Wastl hat mir am letzten Tag noch den Tipp mitgegeben, noch mehr Ruhe in das Training zu bringen und die Abgabe so lange hinauszuzögern, bis Leah wirklich ruhig und entspannt neben mir sitzt. Wir werden das auf alle Fälle mal verfolgen…

Fun-WT in Schmolln – Leahs erste M

13. Februar 2011

Juhuu, juhuu, juhuu:
Leah ist heute beim (inoffiziellen) Workingtest in Maria Schmolln in der Klasse M (Fortgeschritten) angetreten und hat ihren ersten Test in dieser Klasse auf Anhieb gewonnen.

Ich bin soo unglaublich stolz auf sie, dieses Ergebnis bedeutet mir fast noch mehr als die Platzierung beim Workingtest-Finale im Herbst. Wer Leah kennt, weiß, dass eine schwierige Markierung für sie keine Herausforderung ist, wohl aber über einen langen Walk-Up bzw. bei einem Standtreiben steady neben mir der Dinge zu harren. Das wäre vor einiger Zeit noch undenkbar gewesen. Und dass wir dieses schöne Ergebnis genau in Maria Schmolln erreichten, wo unser gemeinsames Training einst seine Anfänge nahm, bedeutet mir natürlich umso mehr :).

 

Hier wie immer eine kurze Aufgabenbeschreibung:

Station 1 (Barbara Bachleitner):
Wir stehen hangabwärts auf einer sehr steilen Wiese. Unten ist eine flache Wiese, an die auf zwei Seiten ein Wald grenzt. Die Übung beginnt mit einem Standtreiben 100 Meter hangabwärts im Wald rechts. Daraufhin wird auf der Wiese gerade aus in ca. 130 Meter Entfernung eine Markierung geworfen, der Winkel zum Standtreiben ist relativ eng (30°?). Die Markierung war als erstes zu holen, wobei die Schwierigkeit war, dass die Hunde in der Talsenke für einige Zeit nicht zu sehen waren und man sie aber nicht in das Standtreiben auf der rechten Seite verlieren durfte. Das Blind aus dem Standtreiben war als zweites zu holen.

Leah meisterte die Übung ohne für mich ersichtlichen Fehler und fand auch das Blind sofort.

 

Station 2 (Barbara Bachleitner):

Wir stehen wieder auf einem Hang mit Gegenhang. Auf der tiefsten Stelle in der Wiese liegen ca. 10 – 15 gefällte, noch nicht entastete und somit recht dichte Fichten. Ein Helfer im 30° Winkel ca. 60 Meter links vor uns beschießt ein Blind in den gefällten Fichten. Anschließend fällt auf dem Gegenhang (ca. 130 Meter geradeaus) eine Markierung, die sehr schlecht sichtbar war. Zuerst war das Blind zu holen, anschließend die Markierung. Schwierigkeit hier war eigentlich nur die relativ schlecht sichtbare Markierung. Um an diese zu gelangen, musste der Hund erst durch den Bäumehaufen, der natürlich sehr anzog.

Leah überrannte das Blind etwas. In der (falschen) Annahme, dass das eh keine Schwierigkeit für sie wäre, habe ich leider erst zu spät gepfiffen, sie ließ sich aber sehr schön einweisen. Die Markierung war dann kein Problem.

 

Station 3 (Sebastian Hochreiter):

4-er Walkup auf einer Wiese, welche von Wald umgeben war. Von jedem Hund war eine sehr schlecht sichtbare, weil kurze Markierung rechter Hand am Waldrand zu holen (ca. 70 Meter) und eine nicht sichtbare Markierung geradeaus im dunklen Unterholz (ca. 90 Meter).

Die erste Markierung überrannte Leah, ließ sich aber schön einweisen, bei der zweiten Markierung habe ich sie im Wald verloren und konnte sie erst nach langen Sekunden einweisen. Aber das ist nebensächlich. Viel wichtiger war eine gelassene Leah in der Line. Obwohl es für uns lange Wartezeiten gab, weil die Hunde teilweise länger brauchten, um die Dummies zu finden und die Helfer teilweise bei Schuss-Freigabe durch den Richter noch nicht bereit waren… Während der ganzen Arbeit habe ich Leah kein einziges mal angesehen (danke, Cyra!!), und mit jedem Hund der geschickt wurde und ich noch immer ihre Schulter an meinem Knie spürte, wuchs mein Vertrauen in sie.

 

Station 4 (Sebastian Hochreiter):

Eine auf dem ersten Blick lächerliche Übung: Man steht im hohen Mischwald. 60 Meter vor uns wird auf einem leichten Hang eine Markierung geworfen. Anschließend wird 10 Meter dahinter ein unbeschossenes Blind ausgelegt. Was man beim Zusehen nicht sah, Wastl hat uns gemeinerweise 10 Meter vor einem wirklich dicken, stattlichen Baum postiert, von der Markierung sah man wirklich gar nichts.

Leah hatte eine ungefähre Ahnung, in welcher Richtung das Dummy gefallen sein musste, rannte aber zu weit und ich sah sie nur schlecht, weil ja dieser dicke Baum direkt vor mir Stand :). Und jetzt machte ich einen großen Fehler: Wie ein Rumpelstilzchen bin ich von links nach rechts gehüpft, um endlich eine bessere Sicht zu haben und Leah hat das aus dem Augenwinkel als Hilfestellung verstanden und ist genau in die falsche Richtung gedüst. Naja, wieder was gelernt :).

 

Doch der heutige Workingtest war nur der krönende Höhepunkt von vier Trainingstagen in Maria Schmolln. Einen ausführlichen Bericht über das Training werde ich in den nächsten Tagen nachreichen :).

Die Definition von ‘grottenschlecht’

16. Januar 2011

Nachdem wir jetzt in den letzten 1, 2 Wochen wieder langsam mit dem Training begonnen hatten, hatten wir gestern das erste Training mit Leahs Herrli. Und sein Urteil war vernichtend: “Ihr seid gerade sowas von grottenschlecht!!!” … was uns zu einer kurzen Meinungsverschiedenheit brachte, was denn nun genau die Definition von ‘grottenschlecht’ sei, und ob man denn in der zweiten Jännerwoche wirklich so streng sein müsse. Nur weil wir etwa Komm-Pfiffe beim Hunten gewissentlich ignorieren? Nur weil unsere ohnehin nie besondere Markierfähigkeit von durchschnittlich im Herbst wieder auf unterstes Niveau gesunken ist? Oder weil man diese widerborstigen Dummies plötzlich wieder ordentlich totschütteln muss? Manno, wir hatten jetzt monatelang Winterpause :-)…

Aber nun ist unser Ehrgeiz wieder geweckt und heute trafen wir uns gleich mit Christian zum Training unter Geschwistern und Leah ist gar nicht soo schlecht wie ich finde. Die kleinen Baustellen, die sich seit Welpenzeiten immer wieder mal einschleichen muss man halt mit Welpen-Methoden (zB Frankfurter in der Hand) wieder ausbügeln, Leah hält das für einen sehr vernünftigen Weg. Und was die Steadyness betrifft, bin ich ohnehin gerade sehr zufrieden mit der Maus. Nur mehr Luft anhalten und kurz zucken, wenn jemand anderer arbeitet, das wars… Die Inputs von Cyra haben wir über den Herbst gut umgesetzt: keine Blickkontakte mehr zwischen uns, Popo bleibt immer am Boden… Schön ist das…

Am allerschönsten war aber, dass ich Leah, während Purdey arbeitete, eine halbe Stunde unangeleint am Wiesenrand ablegen konnte… Langsam wird sie ja doch erwachsen :).

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